Germany: Corona-Krise: “Hochfrequenzbelastung drastisch reduzieren”

Aerzte-und-mobilfunk.eu – May 2020

Offenen Brief an die deutsche Regierung fordern Ärztinnen und Ärzte in der Krise die steigende Strahlenbelastung durch Funk-Technologien drastisch zu reduzieren.

(Aus dem Offenen Brief) 06April2020 revidierte 19April2020

Wir umweltmedizinisch orientierten Ärzte und Psychotherapeuten sehen einen Zusammenhang zwischen Funkbelastung, Immunschwäche und globaler Epidemie

Wir rufen dazu auf, die weltweit verbreitete Hochfrequenzbelastung drastisch zu reduzieren!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin!

Die Bewohner des Globus erleben derzeit eine ausgedehnte Erkrankungswelle durch das SARS-CoronaVirus 2. Gefährdet sind hauptsächlich alte Menschen (mit oft vorliegenden Vitalstoffmängeln) und solche mit Vorerkrankungen bzw. mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. durch den besonders in Winter und Frühjahr grassierenden Vitamin-D-Mangel). Die Verluste an Menschenleben und die Konsequenzen für die Wirtschaft und die Beschäftigten wegen der politisch verordneten massiven Kontaktbeschränkungen sind nicht abzuschätzen, auch nicht die psychosozialen Folgen.

Wir, die unterzeichnenden Ärzte und Psychotherapeuten, sehen neben den oben genannten noch zwei weitere Faktoren als bedeutsam an. Außer dem Grad der Infektiosität des Virus spielt vor allem die Empfänglichkeit des „Wirts“ eine Rolle, das heißt konkret, wie gut das Immunsystem funktioniert und ob spezifische Virus-Antikörper fehlen oder bereits gebildet wurden. In Vorbeugung und Therapie kommt es demnach vor allem darauf an, eine Schwächung des Immunsystems zu verhindern und zudem die Abwehrkraft vielfach therapeutisch zu stärken. Eine Schädigung des Immunsystems tritt beispielsweise ein durch weitverbreitete Toxine, Fehlernährung, manche Medikamente, Luftverschmutzung und bestimmte Lebensstilfaktoren (Alkohol, Nikotin).

Hinzu treten seit den letzten zwei Jahrzehnten neue schädliche Umwelteinflüsse, deren Auswirkungen wir immer häufiger bei unserer ärztlichen bzw. psychotherapeutischen Tätigkeit feststellen konnten. Es handelt sich um die überall vorhandene Dauerbelastung durch Mobilfunk (Handys und Smartphones sowie die dazugehörigen Basisstationen) und ähnliche Techniken mit gepulster Hochfrequenz (WLAN mit den Frequenzen 2,4 und höher als 5 GHz, DECT-Schnurlostelefone, Babyphones, Tablets, Bluetooth, „Intelligente“ Messsysteme – sog. „smart meter“, Radar usw.).

Zu den genannten mit Funk betriebenen Geräten und den bisherigen Mobilfunkstandards 2G (GSM), 3G (UMTS), 4G (LTE) gibt es bereits eine Fülle von Forschungsergebnissen, die großenteils beunruhigend ausfielen. Nach Einschätzung sehr vieler industrieunabhängiger Experten wird mittlerweile die gepulste Hochfrequenztechnologie als mitursächlich angesehen bei heute zahlreich anzutreffenden Gesundheitsproblemen (z.B. Schlafstörungen, Kopfschmerzen,Verhaltensstörungen, Depression und Erschöpfung), vermittels erhöhter Produktion freier Radikale („oxidativer Stress“) (u.a. Yakymenko 2016) Weiterhin liegen wissenschaftliche Forschungen vor zu Veränderung des Herzrhythmus, Veränderung der Gen-Expression, Veränderung des Stoffwechsels, der Entwicklung der Stammzellen, der Entstehung von Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Beeinträchtigungen, DNA-Schäden, Auswirkungen auf das allgemeine Befinden, einer erhöhten Anzahl freier Radikale, Lern- und Gedächtnisdefiziten, beeinträchtigter Spermienfunktion und -qualität (siehe die Aufzählung wissenschaftlicher Studien in: Internationaler Wissenschaftler-Appell 2015, Appell: Stopp von 5G: Firstenberg 2018).

Auch wurden Einflüsse von Hochfrequenzsignalen auf das Immunsystem festgestellt (Infekthäufung nahe Basisstationen, Waldmann-Selsam 2005) (Grigoriev 2012, Szmigielski 2013, Moskowitz 2020).

Für das Funktionieren des Immunsystems ist neben einer ungestörten Melatoninproduktion (Reiter, Robinson 1995) das Vitamin D3 entscheidend wichtig. Durch Mobilfunk wird die Andockstelle für Vitamin D3 (Vitamin D-Rezeptor, VDR) gehemmt, so dass es nicht seine immunregulierende Wirkung entfalten kann (Kaplan 2006, Marshall 2017).

Der Mensch ist ein bioelektromagnetisches Wesen, die lebenden Zellen besitzen elektrische Potenziale (im Millivoltbereich) an den Zellmembranen. Durch niederfrequente elektrische Felder und Funk können sie in ihrer Funktion gestört werden. Eine Schwächung des Zellmembranpotenzials führt nachweislich zu unterschiedlichen klinischen Symptombildern.

Die Strahlenschutzkommission hat bereits 1991 festgestellt, dass Funkstrahlung unterhalb der Grenzwerte den Kalziumtransport durch die Zellmembran verstärkt (SSK 1991). Aktuell wird von unabhängigen Wissenschaftlern die Existenz spannungsabhängiger Kalziumkanäle diskutiert, die, durch schwache elektromagnetische Felder irritiert, negative Effekte in der Zelle hervorrufen können (Pall 2018). In einer Studie der Landwirtschaftlichen Universität Wuhan, China, berichten Bai und Kollegen, dass Coronaviren in den Darmepithelien des Schweins den Kalziumeinstrom verstärkten und damit die Virenvermehrung förderten; durch spezielle Medikamente, die Kalziumkanalblocker, könne die Infektion gehemmt werden (Bai 2020).

Eine zusammenfassende Darstellung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes findet sich bei Diagnose-Funk (Diagnose:Funk 15.04.2020).

In deutschen Großstädten und einzelnen ländlichen Regionen ist 5G derzeit bereits im Aufbau begriffen. Was hier von politisch Verantwortlichen in Städten, Gemeinden und Landkreisen gefordert wird, geht aus einem Schreiben von Verkehrsminister Scheuer und Umweltministerin Schulze von Anfang April deutlich hervor: „Sie müssen bei der Standortsuche für die neuen Mobilfunkanlagen mitwirken und letztlich die geplanten Sendeanlagen vor Ort unterstützen“ (Südkurier 2020). Hierbei werden drei verschiedene Frequenzbereiche eingesetzt: um 700 Megahertz (verwendet bei Großveranstaltungen), um 3,6 Gigahertz (Smart cities), um 26 Gigahertz (Indoor-Versorgung, Versorgungsnetze) (Bundesregierung 2017). Dadurch erhöht sich die Antennendichte und damit auch die Strahlenbelastung der Bevölkerung um ein Vielfaches. Wir halten die Einführung von 5G für hochriskant, da bisher, unter Missachtung des Vorsorgeprinzips, keine Risikoabschätzung vorgenommen wurde, und die wenigen existierenden Studien zeigen höchst bedenkliche Resultate. Der von Industrie und Behörden beharrlich wiederholte Verweis auf die angeblich „sicheren Grenzwerte“, die in der 26. BImSchV festgelegt wurden, führt in die Irre. Die ICNIRP e.V. (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection), auf deren Empfehlung an die Politik die Grenzwerte beruhen, ist wegen ihrer Industrienähe befangen (ICNIRP und EPRS 2020, Starkey 2016 zu SCENIHR 2015). Die Grenzwerte beziehen sich nur auf kurzzeitige Erwärmung durch Mobilfunk und bieten der Bevölkerung keinen Schutz.

Die aktuelle Situation mit dem gefährlichen SARS-Coronavirus 2 erfordert aus unserer Sicht entschlossenes Handeln.

Wir Ärzte appellieren erneut und mit Nachdruck an alle Verantwortlichen in Regierung und Gesundheitswesen:

  1. Stoppen Sie 5G!
  2. Reduzieren Sie die allgegenwärtige Zwangsbestrahlung der Bevölkerung!
  3. Klären Sie die Bevölkerung umfassend über die gesundheitsschädigenden Wirkungen des Mobilfunks und der anderen hier genannten Hochfrequenztechniken auf!
  4. Beenden Sie den dominierenden Einfluss der ICNIRP und der Mobilfunklobby auf Strahlenschutzkommission, Bundesamt für Strahlenschutz und Regierung! Statt – wie bisher – staatlicherseits Mobilfunkausbau und Mobilfunkindustrie zu fördern, gilt es jetzt mit oberster Priorität, die Gesundheit der Bevölkerung, ihre Arbeits- und Versorgungsfähigkeit mit allen Mitteln zu unterstützen.

Im Interesse der Gesundheit von uns allen!

  • Aschermann, Christine, Dr. med., Nervenärztin, Psychotherapeutin
  • Bergmann, Wolf, Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie
  • Dohmen, Barbara, Fachärztin für Allgemeinmedizin/Umweltmedizin
  • Foerster, Hans Christoph, Dr. med., prakt. Arzt, Naturheilverfahren
  • Hecht, Karl, Prof. em. Prof. Dr. med. habil., Experimentelle und klinische pathologische Physiologie, Neurophysiologie
  • Kammerer, Michaela, Fachärztin für Allgemeinmedizin
  • Kern, Markus, Dr. med., Facharzt für Psychosomatische Medizin
  • Krout, Monika, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, Elektrobiologin
  • Mutter, Joachim, Dr. med., Facharzt für Umweltmedizin und Hygiene
  • Röttgers, Gabriele, Dr. med., Ärztin für Allgemeinmedizin
  • Waldmann-Selsam, Cornelia, Dr. med., praktische Ärztin

Weitere Unterzeichner:

  • Teeuwen-Mutter, Jeanette, Dr. med., Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Schupp, Susanne, Dipl. Psych., Psychologische Psychotherapeutin, Kognitive VT für Erwachsene
  • Meyer-Oehme, Arvid, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Maas, Dorothea, Dipl. Päd., Kinder-und-Jugendlichen-Psychotherapeutin
  • Banzhaf, Harald, Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Umweltmedizin
  • Suderow, Hella, Diplompsychologin
  • Scheerbarth, Ingrid, Dipl. Psych., Psychotherapeutin VT, Systemische Familientherapie
  • Wienand-Kranz, Dorothee, Dr. phil., appr. Psychologische Psychotherapeutin
  • Bantle, Felizitas, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin
  • Meder, Milan, Dr. med., Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Sozialmedizin
  • Stienen, Jo Maranius, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut
  • Duschek, Daniela, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin
  • Schnaus, Dieter, Heilpraktiker/Psychotherapie
  • Johnson, Annette, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Akupunktur und Notfallmedizin
  • Göbel-Wirth, Anne-Gritli, Dr. med., in Weiterbildung zur Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Karmazin, Kristina, Assistenzärztin Allgemeinmedizin
  • Wegner, Karin Brigitte, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie, Rehabilitationswesen
  • Stüve, Jasmin, Assistenzärztin in der Frauenheilkunde
  • Takács, Miklós, Arzt, Klassische Homöopathie

Unterzeichnerliste: Stand: 02.05.2020

Literatur (Auswahl):

Revidierte Fassung vom 19.04.2020

Source – Aerzte-und-mobilfunk.euOffener Brief an die deutsche Regierung fordern Ärztinnen und Ärzte — Kontakt: Dr. Christine Aschermann