MOCN: Gemeinsame Antennen für Sunrise und Salt

Dieser Tage ging ein ziemlicher Wirbel durch die Tagespresse über eine Absichtserklärung zwischen den Mobilfunk-Anbietern SUNRISE und SALT für eine gemeinsame Netznutzung. Was ist da los?

Von Hansueli Jakob.
Lanzenhäusern, 28.August 2026.

Feld-,Wald-, und Wiesenjournalisten konnten darüber auch nichts genaues sagen, ausser dass bisher jeder Anbieter für sich ein Antennennetz aufgebaut habe und dass sich heute 70% der Antennenstandorte im ländlichen, mitteldicht, nicht besonders rentablen Gebiet befinden. Hier besteht in Bezug auf Rendite offensichtlich Verbesserungsbedarf.

Gemeinsame Antennen für Sunrise und Salt

Eine gewisse Zusammenarbeit besteht schon seit Jahren, indem Antennenmasten vielerorts, falls diese in den Raster des Anbieters passen, gemeinsam genutzt werden. Da ist lediglich der Antennenmast gemeinsam. Jeder Anbieter hat noch seine eigenen Sende und Empfangsantennen, seine eigenen Apparateschränke und seine eigene Verkabelung. Beide Anbieter müssen gemeinsam (nicht jeder nur für sich) die Strahlungs-Grenzwerte in der Umgebung einhalten.

Für das kommende 6G, welches in den Frequenzbändern 26 und 40Gigahertz laufen soll, sind zu den landesweit 20’000 bestehenden Antennen-Standorte infolge wesentlich kürzerer Reichweiten nochmals 40’000 zusätzliche erforderlich.

Nach den Erfahrungen mit der Reaktion aus der Bevölkerung bei 5G, mit den tausenden von Einsprachen und Beschwerden, fast ein Ding der Unmöglichkeit, diese 40’000 noch zeitgerecht aufzustellen, bevor schon 7G vor der Türe steht. – Und so geht es weiter

Sollte es nicht gelingen, das Einsprache-Recht der Anwohnerschaft abzuschaffen, scheint eine Reduktion der Antennenstandorte unausweichlich15160 Unterschriften gegen die Antennenflut

Das Zauberwort auf welches sich die Absichtserklärung von SUNRISE und SALT bezieht heisst MOCN (Multi Operator Core Network-Sharing).

Bei dieser neuen Technologie werden Mobilfunk-Verbindungen verschiedener Anbieter nicht mehr über getrennte Antennen und getrennte Installationen auf demselben Mast hergestellt, — sondern auch noch gleich über die selben Antennen und die selben Installationen.

Vereinfacht gesagt, werden dabei angeblich die Signalisierungskanäle mit entsprechenden Kennungen der Anbieter gesendet. Beim Uplink, das heisst bei dem was von unten kommt, weist dann das MOCN-System die verschiedenen Datenblöcke, erkenntlich an der Funkfrequenz, wieder in das ursprüngliche Kernnetz des dazu passenden Anbieters.

MOCN ist nicht zu verwechseln mit dem bekannten Roaming, der Benutzung eines fremden Mobilfunknetzes im Ausland.

Ob mit MOCN in der Schweiz ein viertes Antennen-Netz gebaut werden soll, oder ob bestehende SUNRISE- oder SALT-Antennenstandorte auf MOCN umgerüstet werden soll, ist noch offen.

Das Ganze rund um MOCN sei erst in einer mehrmonatigen Prüf- und Testphase und müsse noch eingehend mit den Regulierungsbehörden COM-COM, BAKOM und BAFU abgesprochen werden.

Die verschiedenen Anbieter bleiben dabei Konkurrenten mit verschiedenen Tarifen. Für die Nutzer und Nutzerinnen ändert sich dabei nichts.

Und weniger Strahlung resultiert dabei auch nicht!

Source – Gigaherz – Gemeinsame Antennen für Sunrise und Salt