Sind Kirchturm-Antennen in Alpnach bald verboten?

Am 20. Mai stimmt die Kirchgemeindeversammlung darüber ab, ob auf dem Kirchturm in Zukunft keine Mobilfunkantennen errichtet werden dürfen. Gegen die ausserordentliche Kündigung des Vertrags mit der Swisscom wehrt sich diese.

Franziska Herger 3.5.2019, 05:00 Uhr, Luzernerzeitung

Der Kirchturm der Alpnacher Pfarrkirche. (Bild: Markus von Rotz (2. März 2019))

Der Widerstand der Alpnacher gegen die geplante Mobilfunkanlage im Kirchturm schreibt ein neues Kapitel: Eine Einzelinitiative verlangt, dass auf dem Grundstück der Pfarrkirchenstiftung auch in Zukunft keine Mobilfunk-Basisstationen oder Mobilfunk-Antennen errichtet werden dürfen. Am 20. Mai stimmt die Kirchgemeindeversammlung darüber ab. Dies, nachdem der Kirchgemeinderat Ende Februar bereits den im September davor auf 15 Jahre abgeschlossenen Mietvertrag mit der Swisscom ausserordentlich gekündigt hatte. Der Kirchgemeinderat begründete den Schritt mit der breiten Opposition in der Bevölkerung.

Eine Gruppe von Anwohnern unter dem Namen «Interessengemeinschaft strahlungsfreier Kirchturm Alpnach» hatte innert kurzer Zeit über 320 Unterschriften gesammelt gegen die Pläne der Swisscom, im Kirchturm eine mit der neuen 5G-Technologie ausgestattete Mobilfunkanlage einzubauen. Die Unterzeichnenden sorgten sich vor allem um die gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlung. Einige äusserten aber auch ethische Bedenken über die Verwendung der Kirche für eine Mobilfunkantenne.

«Mit der wirtschaftlichen Nutzung verkaufen wir uns»

Diese Gefahr sei mit der Kündigung des Mietvertrags für den Kirchturm noch nicht gebannt, sagt Alt-Kirchenrat Hans Wallimann, der die Einzelinitiative eingereicht hat. «Ich will, dass das Verbot der Nutzung des Kirchturms für Mobilfunkantennen im Grundbuch eingetragen wird. Ob es künftig einmal aufgehoben wird, soll das Volk entscheiden können.»

Wallimann hofft, mit seiner Initiative auch andere Kirchgemeinden zu sensibilisieren. Wenn der 63-jährige Elektromechaniker vom Alpnacher Kirchturm redet, schwingt viel Leidenschaft mit. Schliesslich sei er das geistige und kulturelle Zentrum Alpnachs. «Mit der wirtschaftlichen Nutzung durch eine halbprivate Gesellschaft verkaufen wir uns! Woher wissen wir denn, dass die Swisscom nicht eines Tages an ausländische Eigentümer verkauft wird? Was wird dann aus unserer Kirche?» Wallimann befürchtet zudem, dass die Alpnacher den Kirchturm künftig nur noch mit einer Bewilligung der Swisscom besuchen dürfen. «Die Glocke von 1458 ist das älteste Kulturgut der Gemeinde, das noch täglich in Gebrauch ist. Die hat schon Bruder Klaus läuten gehört. Ich will, dass die Alpnacher sie weiter ohne grosse Umstände anschauen können.»

Hier kann Kirchenratspräsident Daniel Albert Entwarnung geben. «Diese Frage haben wir vor der Unterzeichnung des Mietvertrags geklärt, da sie uns wichtig war. Die Swisscom hat uns den Zugang zum Kirchturm für jedermann und zu jeder Zeit garantiert.» Trotzdem, der Widerstand der Bevölkerung hat den Kirchgemeinderat überzeugt. Zwar hätte die Kirchgemeinde vom Vertrag mit der Swisscom auch profitiert, wie es in der Botschaft heisst. Die anstehende Sanierung des Kirchturms wäre durch die Swisscom mitfinanziert worden. Und es hätten jährlich vierstellige Mieterträge generiert werden können.

Kündigung soll vor Gericht durchgesetzt werden

Doch nun will der Kirchgemeinderat nicht einmal im Falle einer Ablehnung der Einzelinitiative auf seinen Kündigungsentscheid zurückkommen. Und ein Ja sähe man als Bestärkung, «die ausserordentliche Kündigung des Mietvertrags mit juristischen Mitteln durchzusetzen». Denn die Swisscom anerkennt die ausserordentliche Kündigung aus Alpnach nicht und hält am Mietvertrag fest. Ob also nicht doch eine Handyantenne in den Kirchturm kommt, bleibt vorerst offen.

Source = Luzerner Zeitung

Aerger-wegen-mobilfunkantennen-in-kirchtuermen  » Der Luzerner Kantonsrat Norbert Schassmann, CVP-Kantonsrat und Vizepräsident der Synode der reformierten Landeskirche Luzern wehrte sich bereits im Jahr 2013 gegen eine Mobilfunkantenne, die im Kirchturm der christkatholischen Kirche Luzern geplant war « 

Schweiz aktuell, 06.06.2019 Widerstand gegen 5G-Antennen – Ein Beispiel ist die Gemeinde Alpnach/OW


French version as reported by RTS.ch


Une antenne 5G plus en odeur de sainteté dans le clocher d’une église d’Alpnach

La paroisse catholique d’Alpnach (OW) ne veut plus d’antenne d’internet à haut débit dans son clocher. Craignant des répercussions sur la santé, elle a décidé de résilier prématurément le contrat avec Swisscom.

Une initiative pour interdire la 5G dans la commune a récolté 350 signatures. Forte de ce soutien populaire, la paroisse d’Alpnach a fait marche arrière et décidé de résilier prématurément le contrat signé 6 mois plus tôt avec Swisscom. Mais l’opérateur ne l’entend pas de cette oreille et a porté l’affaire devant la justice, selon l’Obwaldner Zeitung.

Au-delà du cas particulier, la question de l’installation dans les clochers d’antennes 5G pourrait se poser souvent à l’avenir: les clochers ont des atouts évidents, ils sont bien situés et permettent de camoufler les antennes.

Ainsi à Fribourg par exemple, deux paroisses se sont prononcées récemment contre de telles installations.

Lire aussi: Découvrez sur notre carte si une antenne 5G se situe près de chez vous

Delphine Gendre/lan
Source = RTS


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