Wie viel gesundheitliches Risiko ist eine Gesellschaft bereit zu akzeptieren

diagnose:funk Schweiz – KompaktCH-2026-3.

diagnose:funk Schweiz - KompaktCH-2026-3

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe diagnose:funk Mitglieder

Mit der erneuten Anpassung des Fernmeldegesetzes (FMG), aktuell in der Vernehmlassung, soll der Ausbau des Mobilfunknetzes für die Betreiber weiter vereinfacht werden. Rekurse betroffener Anwohner sollen keine aufschiebende Wirkung mehr haben. Ein Novum im Baurecht, dass wir bisher nur vom Strassen oder Eisenbahnbau her kennen.

Schon lange beschweren sich die Mobilfunkbetreiber über die zahlreichen Rekurse. Baurekurse sind tatsächlich ärgerlich: Sie verursachen Kosten und binden viele Ressourcen. Nicht nur für die Betreiber, insbesondere auch für die Rekurrierenden ist der Aufwand enorm. Ein Rekurs kostet viel Geld und Energie und ist mit enormem Stress verbunden.

Im Parlament wurde die Motion 20.3237 «Mobilfunknetz. Die Rahmenbedingungen für einen raschen Aufbau jetzt schaffen» angenommen und an den Bundesrat überwiesen. Um die durch Rekurse verursachten Verzögerungen zu reduzieren, führte das BAFU im Jahr 2024 mehrere Workshops durch. Ziel war es, einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Mobilfunkbetreiber und den Anliegen der Schutzorganisationen zu finden. Das Engagement der Schutzorganisationen war gross. Wir haben vielzählige Verbesserungsmöglichkeiten eingebracht: öffentliche Livedaten, so dass aktuelle Strahlungswerte jederzeit für alle einsehbar sind, generell tiefere Grenzwerte, einen Bussenkatalog bei Überschreitungen der Grenzwerte und vieles mehr. Von Seiten der Swisscom wurde vorgebracht, Rekurse betreffend gesundheitliche Aspekte der Funkstrahlung in ein «nachgelagertes Einspracheverfahren» zu verbannen – und damit ohne aufschiebende Wirkung.

Das BAKOM hat als zuständiges Amt das FMG überarbeitet und dabei im Wesentlichen die Anliegen der Mobilfunkbranche übernommen. Die zahlreichen Vorschläge der Schutzorganisationen hingegen wurden nicht berücksichtigt. Wenig überraschend, denn für die technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Telekommunikation ist primär das BAKOM zuständig, für Gesundheits und Umweltfragen hingegen das BAFU. Genau hier liegt das Problem: Technischer Fortschritt und die Mobilfunkbetreiber haben klare wirtschaftliche Interessen und einen Plan. Beim Gesundheitsschutz fehlt es dagegen an konsequenten Plänen. Wie immer wird zunächst abgewartet, bis gesundheitliche Schäden eindeutig und diskussionslos nachgewiesen sind, um danach zu reagieren und allfällig Gesetze und Verordnungen anzupassen. In Sachen Mobilfunk wird das wohl nie der Fall sein. Zwar sind laut Schweizer Umfrage 2020, 10 Prozent der Bevölkerung elektrosensibel, doch weil Experten wie z.B. Martin Röösli keine negativen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung erkennen wollen, bleibt die Politik in der Diskussion hängen. Die herkömmliche Wissenschaft müsste die Quantenphysik mit einbeziehen, gemäss der alles Energie ist, natürliche Frequenzen, welche durch Mobilfunk gestört werden. Ein grosses Dilemma und eine Lösung liegt noch in weiter Ferne.e.

Ich wünsche Ihnen viel Erbauliches beim Lesen des neuen KompaktCH-2026-3

Herzliche Grüsse
Ihr Martin Zahnd
Co-Präsident diagnose:funk Schweiz


Inhaltsverzeichnis – KompaktCH-2026-3 (pdf)

  • Revision FMG 2026 Mobilfunk der Zukunft – Bald Antennen neben dem Garten?
  • Italien stärkt Verbraucherschutz – Höchstes Gericht fordert Information, auch bei wissenschaftlich unsicheren Risiken
  • Datenübertragung über Bluetooth – Smartwatches strahlen permanent!
  • Krank durch Funk – Eine persönliche Fallstudie aus England
  • Strahlung und Vogelschutz – Was die Wissenschaft heute weiss
  • Elektrosmog stört die Orientierung von Fledermäusen
  • Symbol eines Systems, das Konzerninteressen und technologischer Beschleunigung Vorrang vor den ökologischen Belastungsgrenzen einräumt.
  • Künstliche Intelligenz – Die erste Generation Schüler, die denken lässt!
  • Kurzmeldungen …… usw
MedNIS Pressemitteilung- 80% wussten zunächst nicht dass electromagnetische Felder Auswirkungen haben können

Source – diagnose:funk Schweiz – KompaktCH-2026-3


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